20 Jahre Lichtenhagen!

Am 22. August 2012 jährt sich das rassistische Pogrom im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen zum 20. Mal am AsylbewerberInnenheim „Sonnenblumenhaus“ für Flüchtlinge. Das Haus bot allerdings zu wenig Platz, was dazu führte, dass Hunderte vor dem Heim kampieren mussten. Weil es aber keine deutschen „Volksgenossen“ waren, die dort Not litten, sondern Roma, wurde ihnen nicht Hilfe, sondern der „deutsche Volkszorn“ zu Teil. Die Gewalt äußerte sich in Form von rassistischen Parolen und Steinwürfen und gipfelte in Brandansschlägen auf das nur zum Teil evakuierte Flüchtlingsheim. Das benachtbarte Wohnheim für vietnamesische Vertragsarbeiter_Innen wurde von Polizei und Politik völlig missachtet, von dem „Volkszorn“ jedoch nicht. Der notwendige Feuerwehreinsatz wurde von der zuschauenden Menschenmenge verhindert, die von der Feuerwehr zu Hilfe gerufene Polizei griff jedoch nicht ein, und nahm somit billigend in Kauf ,dass die sich zu diesem Zeitpunkt in dem brennenden Wohnheim befindenen Vertragsarbeite_Innen und Journalisten nur knapp dem Tod entkommen sind.

20 jahre lichtenhagen

Wir, der Arbeitskreis Libertad und der Verein International Bünde e.V., sehen die Poblematik von damals als immernoch aktuell an und erkennen in der deutschen Mehrheitsgesellschaft klar rassistische Tendenzen. Mit der Jährung des Pogroms haben wir uns dazu entschlossen antirassistische Thementage in Bünde zu veranstalten und damit allen Opfern rassistischer Gewalt zu gedenken. Das Ziel der Thementage ist, die Problematik im Umgang mit Flüchtlingen aufzuzeigen, da sie im Alltag so fern erscheint.
Eine Ausstellung, ein Filmbeitrag und zwei Vorträge werden den Rahmen der Thementage bilden.