Vortrag zu Nationalismus als notwendig falsches Bewusstsein im Kapitalismus

29.01.2013 | Villa Bünde | Brunnenallee 1 | Offen ab 19.00h

Seit einigen Jahren ist Deutschland wieder in aller Munde und es wird wieder schwarz-rot-goldene Flagge gezeigt. Seit der „Wiedervereinigung“ und dem Wechsel im öffentlichen Diskurs innerhalb der letzten Jahre „darf man wieder stolz auf Deutschland sein“. Denn was den anderen „Völkern“ gestattet ist, müsste doch auch für die Deutschen irgendwann drin sein. Patrioten sein, schwarz-rot-goldene Fahnen schwenken und die Nation feiern. Dies sind die scheinbar positiven Gesichter eines „unverkrampften“ Umgangs mit der ‚eigenen‘ Nation.
Ein positiver Bezug zur Nation tritt jedoch auch in ganz anderen Erscheinungsformen auf, etwa dann wenn es heißt „Arbeit zuerst für Deutsche“ oder wenn rassistische Pogrome stattfinden, bei denen Widerlichkeiten wie „Deutschland den Deutschen“ gebrüllt werden.
Und auch von führenden Politiker*innen wird oft auf die Nation, das „Volk“ und eine daraus resultierende vermeintliche „Schicksalsgemeinschaft“ verwiesen. „Wenn wir uns alle anstrengen, dann überstehen wir gemeinsam die Krise“. Konkret verwirklicht wurde dies mehr als deutlich in der „Du bist Deutschland“-Kampagne. Hier geht es vor allem um Deutschland als Wirtschaftsstandort bzw. als wirtschaftlichen Akteur in der globalen Konkurrenz des Kapitalismus. Gerade in Zeiten der Krise sind es oftmals andere Staaten bzw. Nationen, die zum Feindbild erklärt werden. Das beste Beispiel ist sicher Griechenland. In den Medien wie auch im Volksmund ist die Rede von „Pleitegriechen“, die korrupt und faul seien und die fleißigen Europäer, und vor allem die Deutschen, ins Unglück stürzen.
Die ‚deutsche Nation‘ spielt offensichtlich auch hier eine entscheidende Rolle.
Wenn Deutschland sich ferner als geläuterte Nation gibt, die aus der Geschichte eine Lehre gezogen und daher eine historische Verantwortung hat, wird im Sinne der Nation gar die Geschichte umgedeutet und instrumentalisiert, um beispielsweise Auslandseinsätze der Bundeswehr zu rechtfertigen, da man ja ein „zweites Auschwitz“ woanders in der Welt verhindern müsse.
Handelt es sich bei rassistischen Pogromen um grundsätzlich andere Mechanismen und Ideologien als beim ganz normalen Abfeiern von Deutschland, oder gibt es zwischen all diesen Phänomenen eine strukturelle Verbindung? Welche Notwendigkeit stellt der Nationalismus im Gesamtzusammenhang von Staat, Nation und Kapital dar? Dies werden wir im Rahmen unseres Vortrags diskutieren und zu erklären versuchen.

Besetzung in Bückeburg

In den Morgenstunden des 27.12.2012 besetzten GenossInnen einen Trakt der ehemaligen Herder-Realschule in Bückeburg.

Pressemitteilung zur Besetzung der ehemaligen Herderschule in Bückeburg für ein Selbstverwaltetes Zentrum Bückeburg

Wir sind eine Gruppe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Bückeburg und Umgebung, die sich zusammengefunden hat um in Bückeburg ein alternatives Jugendzentrum aufzubauen. Es gibt eine Vielzahl von Aspekten die uns hierzu veranlasst haben. (mehr…)

Deutschland feiert – wir nicht!

In diesen Tagen rüstet sich München auf ein Masse von 500.000 zu erwartenden Gästen. Warum!?! Kommt die Loveparade doch wieder oder hat die Fussballnationalmanschaft irgendetwas gewonnen? Fast, denn am 3. Oktober feiert Deutschland mal wieder ein nationales Partyevent, den Tag der Deutschen Einheit. Und wie es sich für den deutschen Partypatriotismus gehört darf natürlich auch ein riesiges Bürgerfest und eine Fanmeile – die sogenannte Ländermeile – nicht fehlen. Doch für uns gibt es am 3. Oktober keinen Grund zum Feiern!

3. Oktober
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20 Jahre Lichtenhagen!

Am 22. August 2012 jährt sich das rassistische Pogrom im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen zum 20. Mal am AsylbewerberInnenheim „Sonnenblumenhaus“ für Flüchtlinge. Das Haus bot allerdings zu wenig Platz, was dazu führte, dass Hunderte vor dem Heim kampieren mussten. Weil es aber keine deutschen „Volksgenossen“ waren, die dort Not litten, sondern Roma, wurde ihnen nicht Hilfe, sondern der „deutsche Volkszorn“ zu Teil. Die Gewalt äußerte sich in Form von rassistischen Parolen und Steinwürfen und gipfelte in Brandansschlägen auf das nur zum Teil evakuierte Flüchtlingsheim. Das benachtbarte Wohnheim für vietnamesische Vertragsarbeiter_Innen wurde von Polizei und Politik völlig missachtet, von dem „Volkszorn“ jedoch nicht. Der notwendige Feuerwehreinsatz wurde von der zuschauenden Menschenmenge verhindert, die von der Feuerwehr zu Hilfe gerufene Polizei griff jedoch nicht ein, und nahm somit billigend in Kauf ,dass die sich zu diesem Zeitpunkt in dem brennenden Wohnheim befindenen Vertragsarbeite_Innen und Journalisten nur knapp dem Tod entkommen sind.

20 jahre lichtenhagen

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Flyer: Love Football – Hate Nationalism

Um den aktuellen Deutschlandhype aufzugreifen und zu kritisieren, verteilten wir am 17.06. zum letzten Gruppenspiel und am 22.06 zum Viertelfinalspiel der deutschen Fussballnationalmannschaft einen Flyer mit dem Verweis auf den folgenden Text.

Text:

Love Football –  Hate Nationalism

Vom 08.06 zum 01.07 findet einmal mehr die UEFA Fußball-Europameisterschaft der Männer statt,  doch geht es bei dieser EM nicht nur um Fußball. Denn einhergehend mit dem Sport taumelt das nationale „WIR“ durch ein „schwarz-rot-geiles“ Fahnenmeer, dass kaum noch etwas mit 22 Menschen die mit einem Lederball spielen zu tun hat. Die EM biete eine Möglichkeit endlich wieder auf „seine eigene“  Nation stolz zu sein und Nationalismus öffentlich ausleben zu können. (mehr…)